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Atomkraft: Widerstand gegen Schwarz-Gelb wächst

Foto: Atom-Protest vor dem Kanzleramt / Quelle: dpa

Der schwarz-gelbe Energiekompromiss stößt bei Opposition, Atomkraftgegnern und den Kommunen zunehmend auf Widerstand. Scharf kritisierte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, dass Sicherheitsfragen für die Bundesregierung keine Rolle spielen. Die Länder fürchten zudem Einnahmeausfälle, weil die Konzerne die Brennelementesteuer als Betriebsausgabe absetzen können.

Schwarz-Gelb dealt mit Atom

Foto: Mitarbeiter betritt eine Sicherheitsschleuse im AKW Biblis / Quelle: Reuters

Um bis zu 14 Jahre sollen Atomkraftwerke länger laufen, als es die noch geltende Rechtslage vorsieht. Die letzten Meiler werden vermutlich erst 2040 oder später abgeschaltet. Schwarz-Gelb kündigt mit seiner Entscheidung den gesellschaftlichen Konsens, der mit dem rot-grünen Atomausstieg erzielt wurde, bremst den Ausbau der Erneuerbaren Energien, verschärft die Sicherheitsproblematik und die Endlagerfrage. „So dreist ist in Deutschland noch nie der Eindruck erweckt worden, Politik sei käuflich“, ordnete der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel den Deal ein.

Demo: Für das Ende der Atomkraft

Foto: Anti-Atom-Demo in Berlin / Quelle: ausgestrahlt.de

Ein breites gesellschaftliches Bündnis – auch die SPD ist dabei – mobilisiert für Proteste gegen die AKW-Laufzeitverlängerung:  Am 18. September sollen zehntausende Menschen in Berlin das Regierungsviertel umzingeln. "Wir sagen: Schluss jetzt!", heißt es in dem Aufruf, "und widersetzen uns dieser unverantwortlichen Atompolitik".

Schwarz-Gelbe Mythen zur Atom-Politik

Foto: Elektro-Stecker mit dem Symbol für Atomenergie in der Steckdose einer Stromtrommel, gestelltes Symbolfoto zum Thema Atomstrom / Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Merkel empfängt die Energiebosse im Hinterzimmer und plaudert über längere Laufzeiten – ungeschminkter Atomlobbyismus. Flankiert werden die Verhandlungen regelmäßig durch Behauptungen, die die Hochrisikotechnologie als alternativlos darstellen sollen. „Ohne Kernkraft geht gar nichts, alles ist sicher und auch noch billiger“, lautet die Botschaft. Die Fakten sehen anders aus. Höchste Zeit, mit den Mythen aufzuräumen.

Atomdeal: Merkel verkauft Versprechen

Foto: Andrea Nahles | Quelle: Thomas Imo

Mit ihrem Atomdeal hat Angela Merkel reihenweise Versprechen der Bundesregierung an die Energiekonzerne verkauft: Nun muss die Atomwirtschaft nur einen kleinen Teil ihrer Milliardengewinne abgeben, Sicherheit spielt keine Rolle mehr, Strom wird nicht billiger. Angela Merkel regiert nicht durch, „sie ist durch mit dem Regieren“, kommentiert Andrea Nahles im Videoblog.

Atomkraft: Sicherheit ist Verhandlungssache

Foto: Blick auf das Atomkraftwerk Biblis | Quelle: Reuters

Die schwarz-gelbe Bundesregierung diskutiert über die Nachrüstung von Atomkraftwerken. Bei der geplanten Laufzeitverlängerung von alten, unsicheren Reaktoren gibt es dazu auch keine Alternative. Aber: Fünf bis sieben Jahre sollen die Konzerne dafür Zeit bekommen. Die Energiekonzerne könnten weiter Milliarden verdienen, die Bürger müssten weiter um ihre Sicherheit fürchten.

AKW-Laufzeiten: Sicherheit spielt keine Rolle

Foto: Brand im Atomkraftwerk Krümmel am 28. Juni 2007 | Quelle: dpa

Die Debatte um die geplante Laufzeitverlängerung von alten Atomkraftwerken nimmt zunehmend absurde Züge an. Nachdem der Bundesregierung ein Gutachten vorliegt, dass sie von einem atomwirtschaftsnahen Institut hat erstellen lassen, nennen Kanzlerin, Wirtschafts- und Umweltminister jeweils andere Jahreszahlen – oder wollen sich gar nicht festlegen. Klar scheint nur eins: Sicherheitsaspekte spielen bei den Überlegungen offensichtlich keine Rolle.

"Längere Laufzeiten sind mit uns nicht zu machen"

Foto: Frank-Walter Steinmeier | Quelle: dpa

Massiven Widerstand gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken hat der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier angekündigt. Energiepolitisch gebe es für die Hochrisikotechnologie keinen Bedarf mehr.